Geschlossene Fonds als lukrative Kapitalanlage

Lukrative Kapitalanlagen sind oftmals risikoreich

Viele Anleger haben ihr Vermögen im Sinne einer lukrativen Kapitalanlage in einen geschlossenen Fonds investiert. Signifikant bei dieser Anlageform ist, dass nur innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums investiert werden kann, danach wird der Fonds geschlossen. Die Laufzeit eines geschlossenen Fonds ist dabei je nach Gestaltung im Gesellschaftsvertrag unterschiedlich ausgestaltet. Häufig sind bei dieser Anlageform Laufzeiten von 15-25 Jahren vorgesehen. Ein geschlossener Fonds ist in der Regel als GmbH & Co. KG konzipiert. Die Anleger beteiligen sich an dieser Gesellschaft als Kommanditisten mit der Rechtsfolge der Haftung i.H. ihrer geleisteten Einlage.

Ein Überblick der unterschiedlichen Fondsarten als Kapitalanlage

Am Anfang eines geschlossenen Fonds steht, außer bei einem Blindpool, der Erwerb des Investitionsgegenstandes. Denkbar sind vielfältige Investitionsobjekte wie etwa:

  • Schiffsfonds
  • Immobilienfonds
  • Containerfonds
  • Flugzeugfonds
  • Waldfonds
  • Erneuerbare-Energien-Fonds
  • Beteiligungskapitalfonds
  • Infrastrukturfonds
  • Medien- und Filmfonds
  • Lebensversicherungsfonds
  • Ölplattformfonds

Die Finanzierung und Haftung einer Fondsgesellschaft

Die Fondsgesellschaft wird mit Fremdkapital vorfinanziert. In der Regel handelt es sich dabei zum einen Teil um eine langfristige Fremdfinanzierung, die der Fonds auch während der Laufzeit beibehält und zum anderen Teil um eine Zwischenfinanzierung des einzuwerbenden Kapitals der Fondsanleger.

Für die Anleger bestehen, bezogen auf ihr eingezahltes Kapital, erhebliche Verlustrisiken, bis hin zum Totalverlust. Im Falle der Insolvenz der Gesellschaft droht den Anlegern nicht nur der Totalverlust ihres eingesetzten Kapitals, sondern auch ein Anspruch des Insolvenzverwalters auf Rückzahlung der erhaltenen Auszahlungen.

Anleger geschlossener Fonds sind nicht schutzlos gestellt

Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht mit mehrjähriger Erfahrung im Bereich der geschlossenen Beteiligungen, können Sie optimal beraten und Ihre Schadensersatzansprüche durchsetzen. Als Anspruchsgegner kommen nicht nur die Fondsinitiatoren wegen der Fehlerhaftigkeit des Emissionsprospektes in Betracht, sondern auch die vermittelnden Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsunternehmen wegen fehlerhafter anlage- und anlegergerechter Beratung.

Verpflichtung des Anlageberaters bei der Vermittlung geschlossener Fonds

Das vermittelnde Kreditinstitut oder Finanzdienstleistungsunternehmen wurde seit der Bond-Entscheidung des BGH vom 06.07.1993 - XI ZR 12/93 - die Verpflichtung des Anlageberaters erstmalig formuliert. Danach war der Analgeberater auf Grund seines Beratungsvertrages zu einer anleger- und objektgerechten Beratung verpflichtet. Dies bedeutet zunächst, dass der Anlageberater die Anlageziele und Anlageerfahrung des Kunden erfragen musste, um auf dieser Grundlage ein adäquates und zu den Zielen des Kunden passendes Anlageprodukt zu empfehlen. Im Zuge der objektgerechten Beratung hat der Anlageberater über alle Umstände und Risiken, die für die Anlageentscheidung Bedeutung haben können, richtig und vollständig aufzuklären und die gegebenen Informationen sachkundig zu bewerten und zu beurteilen.

Im Rahmen der anlegergerechten Beratung sind die Umstände in der Person des Kunden zu berücksichtigen. Hierzu gehören insbesondere dessen Wissensstand über Anlagegeschäfte der vorgesehenen Art und dessen Risikobereitschaft. Zu berücksichtigen ist vor allem, ob es sich bei dem Kunden um einen erfahrenen Anleger mit einschlägigem Fachwissen handelt und welches Anlageziel der Kunde verfolgt. Die Kenntnis dieser Umstände kann sich aus einer langjährigen Geschäftsbeziehung ergeben; falls nicht, so muss der Informationsstand und das Anlageziel des Kunden erfragt werden. Die Beratung hat sich daran auszurichten, ob das beabsichtigte Anlagegeschäft der sicheren Geldanlage dienen soll oder spekulativen Charakter hat. Die empfohlene Anlage muss unter Berücksichtigung dieses Ziels auf die persönlichen Verhältnisse des Kunden zugeschnitten werden, also „anlegergerecht“ sein (BGH, Urt. vom 06.07.1993 - XI ZR 12/93 = NJW 1993, 2433ff. „Bond-Urteil“).

Beispiel zu nicht anlegergerechter Beratung

Bereits am 06.12.2012 - III ZR 66/12 - hat der BGH in einer Entscheidung geurteilt, dass die Empfehlung einer Investition in eine unternehmerische Beteiligung (bsp. geschlossene Beteiligung) bei dem Anlageziel der „Altersvorsorge“ nicht anlegergerecht ist. Der BGH hat den Kreditinstituten ebenfalls seit dem Jahr 2000 ins Stammbuch geschrieben, dass sie den Anleger über die sogenannten Rückvergütungen (Kick-backs) ungefragt aufzuklären haben.

Hintergrund dieser Rechtsprechungsentwicklung ist, dass sich das Kreditinstitut bei der Vermittlung der Kapitalanlage in einem Interessenskonflikt gegenüber dem Kunden befindet.

Fasst man die Ergebnisse der ergangenen BGH Entscheidungen zusammen, kann typischerweise dann von sog. „Kick-backs“ ausgegangen werden, wenn

 

„Teile der Ausgabeaufschläge oder Verwaltungsgebühren, die der Kunde über die Bank an die Anlagegesellschaft zahlt, hinter seinem Rücken an die beratende Bank umsatzabhängig zurückfließen, so dass diese ein für den Kunden nicht erkennbares besonderes Interesse hat, gerade diese Beteiligung zu empfehlen”.

 

Über diese Rückflüsse hat die Bank den Kunden ungefragt aufzuklären. Macht sie das nicht, macht sie sich schadensersatzpflichtig.

Sie haben in einen geschlossenen Fonds im Sinne einer Kapitalanlage investiert

Im Nachgang Ihrer Investition stellen Sie fest, dass Ihnen Unrecht geschehen ist. Nun möchten Sie Ihre Ansprüche prüfen lassen. In diesem Fall empfehlen wir Ihnen gleich den Kontakt aufzunehmen. Die Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht, die hinter www.verbraucherurteile.de stehen, nehmen sich gerne Ihres Falls an.